Zu viele Busse? KNX trifft Hue, Shelly & Matter


Smarte Welten clever verbinden (auch ohne Home Assistant & Node-RED)

Wie du Licht, Szenen und Sensorik markenübergreifend intelligent steuerst – lokal, zuverlässig und flexibel.


💡 Das Problem, das (fast) jeder kennt – und wie du es löst

Du hast einen klassischen KNX-Wandtaster. Elegant, zuverlässig – aber was passiert, wenn du damit das Licht ausschaltest, an dem eine Hue-Leuchte hängt?

Richtig: Nichts mehr. Denn:

  • Die KNX-Welt „trennt“ den Strom (z. B. über einen Aktor),
  • und wenn du dann eine Szene in Hue aufrufen willst, ist kein Strom mehr da.
  • Oder du rufst per App „Licht an – Szene Sonnenuntergang“ auf, aber die Wandtaste steht auf Aus – wieder: nichts passiert.

🧠 Die Lösung:
Mit einem kleinen KNX-API-Gateway und einer Matterbridge mit No-Code-Oberfläche bringst du beide Welten in Einklang. So wird aus „Taster AUS = kein Licht“ ein echtes „Taster gedrückt = Szene starten, Licht einschalten, Farbe setzen“ – ganz gleich, ob das Leuchtmittel Hue, Matter, Zigbee, Shelly oder alt ist.


🎨 Lichtsteuerung neu gedacht – über Grenzen hinweg

Klassisches Szenario – vorher (Problem):

  • Taster in der Wand = KNX.
  • Lampe = Hue oder Matter.
  • Taster AUS → kein Strom → Szenen-Aufruf sinnlos.
  • App sagt „Licht auf warmweiß“ → aber die Birne ist stromlos.

Jetzt: Alles reagiert aufeinander

AktionErgebnis
Wandschalter wird gedrückt1Home erkennt den Tastendruck (GA 1/0/1 = 1), aktiviert Hue-Licht per WebHook + setzt gewünschte Szene
Hue-Szene wird per App/Alexa gestartet1Home erkennt Szene-Aufruf, prüft KNX-Tasterstatus – ist dieser AUS, wird der KNX-Aktor automatisch eingeschaltet
Shelly Plug schaltet Lampe1Home synchronisiert Status zurück an KNX-GA, damit Visualisierung korrekt ist

Beispiel:
Drückst du „Licht Wohnzimmer EIN“, passiert Folgendes – vollautomatisch, no code:

  1. 1Home erkennt Tastendruck auf 1/0/1.
  2. API Gateway meldet den Schaltbefehl.
  3. 1Home sendet:
    • Hue Bridge API: turn_on=true, scene=“Abendrot”
    • oder: Shelly Plug RPC: on=true
  4. Farbtemperatur, Helligkeit und Leuchte schalten sich exakt wie gewünscht – auch wenn vorher alles AUS war.

🔄 Alles redet miteinander – egal aus welcher Welt

Du kannst du so ziemlich jedes smarte Gerät oder Protokoll mit KNX verheiraten, zum Beispiel:

VonZuTypWie
Matter-SchalterKNX SzeneSzene aktivierenper WebHook an 1Home → GA setzen
KNX-TasterShelly PlugSchaltenGA Trigger → RPC Call
Hue BewegungHager SzeneAktivierenHue Bridge → WebHook an 1Home → GA Szene
KNX-LichtsensorHue GruppeHelligkeit anpassenGA → API Call mit Brightness-Wert
Günstiger PIRHochwertiger KNX-AlarmaktorEreignissteuerungShelly/Hue → 1Home → GA Trigger

🔚 Fazit: Schluss mit „geht nicht“, rein in die smarte Realität

Auch ohne Home Assistant kannst du:

  • Licht, Farben, Szenen geräteübergreifend steuern,
  • Trigger & Status austauschen zwischen KNX, Hue, Shelly, Matter,
  • Alarmanlagen, Komfortszenen und Visualisierungen realisieren,
  • deine bestehende (teure) KNX-Welt (auch Hager Easy) behalten,
  • aber gezielt erweitern mit günstigen, offenen Bausteinen – je nach Budget und Anwendungsfall.

Mit verhältnismäßig geringem Aufwand kannst du dein Haus auf ein neues Level bringen – vollkommen ohne viel Scripting, ohne Cloud, ohne Home Assistant oder Node-Red, die meist programmiert werden müssen.

KI und nun?

Anforderungen an KMU beim Einstieg in KI/AI – Zwischen Hype und Verantwortung

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) stellt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor neue Chancen – aber auch vor ernstzunehmende Herausforderungen. Dabei lassen sich zwei typische Haltungen erkennen, die jeweils ihre Risiken bergen.

Gruppe 1: Die Skeptiker
Diese Unternehmer:innen betrachten KI eher als übertriebenen Hype. Ihre Haltung erinnert an frühere technologische Entwicklungen: Das Internet wurde einst als irrelevant abgetan, die Cloud als datenschutzrechtlich bedenklich abgelehnt. Heute heißt es: „KI ist gefährlich, überbewertet oder unnötig.“

Diese Einschätzungen beruhen oft weniger auf fundierter Analyse als auf Unsicherheit und mangelnder Information. Häufig sind es dieselben Berater oder IT-Dienstleister, die neue Technologien selbst nicht beherrschen – und deshalb deren Risiken überbetonen. Statt die strategischen Potenziale der KI zu prüfen, begnügt man sich mit isolierten Tools und übersieht die tiefgreifenden Veränderungen im Wettbewerb.

Gruppe 2: Die Enthusiasten
Am anderen Ende stehen diejenigen, die mit großer Begeisterung auf KI setzen. Ihre Haltung ist grundsätzlich positiv und fortschrittlich. Doch auch hier fehlt häufig das nötige strategische Fundament. Viele Verantwortliche verfügen weder über tiefgehende IT-Kenntnisse noch über ein wirtschaftliches Verständnis für Abhängigkeiten – wie sie beispielsweise durch die Principal-Agent-Theorie beschrieben werden. Die langfristigen Folgen von Entscheidungen werden oft unterschätzt.

So kommt es, dass Unternehmen überhastet Komplettlösungen implementieren, die auf dem Papier attraktiv wirken, in der Praxis jedoch unflexibel, teuer und schwer integrierbar sind. Anbieter reagieren auf diese Dynamik mit aggressivem Marketing – Workshops, Standardpakete, vermeintlich schlüsselfertige Lösungen –, ohne individuelle Bedarfe zu berücksichtigen.

Was sich nicht ändert: Die Grundlagen guter Planung
Auch im Kontext von KI gelten etablierte Prinzipien:

  • Klare Zieldefinitionen
  • Einbindung der Mitarbeitenden
  • Datenschutz und rechtliche Prüfung
  • Technische und wirtschaftliche Evaluierung

Diese klassischen Managementaufgaben bleiben entscheidend – unabhängig von der Innovationshöhe der Technologie.

Ein Rückblick auf meine eigene Arbeit zur Digitalisierung in der Medizin vor zehn Jahren zeigt: Viele der damaligen Herausforderungen (z. B. bei Cloud- und Telemedizin-Lösungen) ähneln den heutigen – nur unter neuem Namen und mit neuen Werkzeugen.

Top-10-Risiken beim KI-Einsatz in KMU Eine systematische Risikoanalyse bringt folgende zentrale Punkte zum Vorschein:

  1. Datenschutzverstöße (DSGVO) – durch unsachgemäße Datenverarbeitung.
  2. Intransparenz (Black-Box-Effekte) – schwer nachvollziehbare Entscheidungswege.
  3. Verzerrte Ergebnisse (Bias & Fairness) – z. B. diskriminierende Muster in Trainingsdaten.
  4. Regulatorisches Risiko – insbesondere durch EU-Gesetzgebung (AI Act, NIS2).
  5. Sicherheitslücken – durch externe KI-Dienste und -Bibliotheken.
  6. Fehlinvestitionen – infolge unrealistischer Erwartungen.
  7. Mitarbeiterwiderstand – bei fehlender Beteiligung oder Schulung.
  8. Lizenz- und Urheberrechtsprobleme – durch unklare Modell- oder Datennutzung.
  9. Reputationsschäden – durch Fehlverhalten von KI-Systemen.
  10. Abhängigkeit von Anbietern (Vendor Lock-in) – mit langfristigen Nachteilen.

Vendor Lock-in als zentrales Risiko Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Künftig werden KI-Systeme nicht nur einzelne Abteilungen, sondern zentrale Unternehmensprozesse steuern – von ERP über Buchhaltung bis zur Kundenkommunikation. Wer hier auf einen einzigen Anbieter setzt, begibt sich in ein Abhängigkeitsverhältnis, das schwer zu revidieren ist.

Ein Anbieterwechsel kann mit hohen Kosten, Zeitaufwand und Funktionsverlust einhergehen. Vergleichbar mit Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime, deren Geschäftsmodelle sich laufend ändern (z. B. Werbung, Preiserhöhungen, neue Abo-Stufen), besteht auch hier das Risiko schleichender Kontrolle und Kostensteigerung.

Strategische Konsequenz: Offenheit, Modularität und Exit-Strategien von Anfang an berücksichtigen.


Technische Anforderungen an eine zukunftssichere KI-Integration

  • Austauschbarkeit von LLMs: Es sollte möglich sein, verschiedene Sprachmodelle flexibel anzubinden und zu wechseln – je nach Kosten, Qualität oder regulatorischer Lage.
  • Vielfalt bei Eingangsquellen: Die KI sollte verschiedene Systeme (z. B. Outlook, Gmail, IMAP, Messenger) parallel unterstützen. Auch unterschiedliche Datenbank-Architekturen sollten integrierbar sein.
  • Flexible Ausgabeformate: Ergebnisse sollten in gängige Softwarelösungen eingebunden oder über REST-APIs, Dateiformate oder andere Schnittstellen nutzbar sein.
  • Regulatorische Anpassungsfähigkeit: Systeme müssen darauf vorbereitet sein, auf regulatorische Veränderungen (z. B. EU-Vorgaben zu lokal betriebenen LLMs) reagieren zu können.
  • Offene Workflow-Architekturen: Die eingesetzten Engines sollten quelloffen, dokumentiert und sowohl lokal als auch cloudbasiert effizient betreibbar sein.

Fazit: KMU stehen beim Einsatz von KI vor strategischen Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen. Wer vorbereitet ist, profitiert. Wer kopflos agiert oder blockiert, riskiert Wettbewerbsnachteile. Es gilt, weder in Euphorie noch in Ablehnung zu verfallen – sondern KI mit Augenmaß und Struktur zu integrieren.