Lieber G.

Ein verlorener Freund. Super schlecht gealtet der Text aus 2021.

Lieber G.,

es ist einfach herrlich, wie du dich vor mir versteckst, seitdem du mich vor etwa zwei Jahren auf allen erdenklichen Kommunikationskanälen blockiert und im echten Leben gemieden hast. Schließlich sind wir tagelang zusammen mit unseren Kindern gesegelt, unsere Familien kennen sich und unsere beruflichen Wege haben sich gekreuzt. Aber hey, du hast ja den radikalen Schnitt auf WhatsApp, XING und LinkedIn gewagt.

Ich frage mich nur, warum? Ach ja, stimmt. Ich habe 2021 die Grünen als faschistoid und demokratiefeindlich bezeichnet, angeführt von bildungsfernen Idioten und Erfüllungsgehilfen von Kräften, die nur darauf aus sind, dieses Land zu zerstören. Ich hatte wohl die naive Vorstellung, dass ich dir ausreden könnte, diese Schulabbrecher-Partei zu wählen. Doch du nanntest mich einen "Nazi".

Natürlich bedauere ich das vermutlich mehr als du.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob du immer noch behauptest, die Grünen wären ein Segen für unser Land. Ich habe meine Abneigung gegenüber den Grünen schon seit vielen Jahren offen zur Schau gestellt, und du hast mir mit deinen großartigen Parolen geantwortet. "Artenschutz" und keine "Waffen in Krisengebiete" und natürlich "all die intelligenten Frauen". Du hast das ökologische Wirtschaftswunder verteidigt, das angeblich bald beginnen würde, den wichtigen Braunkohleausstieg und die geplante Abschaltung der AKW.

Nun ist es an der Zeit für eine kleine Zwischenbilanz der grünen Politik und Initiativen, mit denen wir nun konfrontiert sind:

Ich hoffe, lieber G., dass alles nach deinem Gusto läuft. Na klar.

PS: Leider ist dieser Freund nicht fiktiv.