Sunsail Yachteignerprogramm. Abgewählt.

Nach fünf Jahren Sunsail: kaum nutzbare Punkte, hohe Aufpreise und nachlassender Service. Ich würde nicht noch einmal abschließen.

Fünf Jahre im Sunsail-Yachteignerprogramm: Wie aus Begeisterung Enttäuschung wurde

Vor etwa fünf Jahren bin ich mit großer Begeisterung in das Sunsail-Yachteignerprogramm eingestiegen. Über mehrere Jahre segeln, unterschiedliche Reviere entdecken, auf eine verlässliche Organisation zurückgreifen können – das klang für mich nach einer wunderbaren Möglichkeit, meine Leidenschaft für das Segeln mit einer langfristigen Entscheidung zu verbinden.

Dafür habe ich einen erheblichen Betrag im Voraus investiert. Besonders reizvoll war für mich die Auswahl der Destinationen: Tahiti, Australien, England, Italien. Ich hatte konkrete Reisen im Kopf, auf die ich mich wirklich gefreut habe.

Heute, nach fünf Jahren und mit einem weiteren Vertragsjahr vor mir, fällt mein Fazit ernüchternd aus: Mit meinen heutigen Erfahrungen würde ich mich nicht noch einmal für dieses Programm entscheiden.

Das liegt nicht an einem einzelnen misslungenen Urlaub oder einer unangenehmen Begegnung. Meine Enttäuschung ist über Jahre gewachsen. Viele Dinge, die anfangs gut funktioniert haben, wurden nach meinem Erleben schrittweise schlechter. Und von den Möglichkeiten, die mich ursprünglich begeistert hatten, blieb für meine tatsächliche Reiseplanung immer weniger übrig.

Am Anfang habe ich Sunsail überzeugt weiterempfohlen

Ich war anfangs ausgesprochen zufrieden. Die Boote, die wir genutzt haben, waren sauber, solide und nach meinem Eindruck gut gewartet. Bei der Buchung fühlte ich mich unterstützt. An den Basen habe ich häufig erlebt, dass Mitarbeiter mitgedacht und versucht haben, unsere Wünsche möglich zu machen.

Ich habe Sunsail damals gelobt und anderen Seglern empfohlen. Das gehört zu diesem Bericht dazu, denn ich schreibe hier nicht als jemand, der von Anfang an überall einen Haken gesucht hat. Ich war überzeugt von meiner Entscheidung.

Gerade deshalb empfinde ich die Entwicklung als so enttäuschend. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie angenehm das Programm einmal für mich funktioniert hat.

Immer mehr Wunschdestinationen verschwanden

Ein wesentlicher Grund für meinen Einstieg war die Möglichkeit, verschiedene Segelreviere kennenzulernen. Ich wollte die Jahre nutzen, um auch dorthin zu kommen, wo man nicht ohnehin regelmäßig segelt.

Im Laufe meiner Teilnahme fielen jedoch Australien und England als für mich nutzbare Sunsail-Destinationen im Programm weg. Zwei Reviere, die mich besonders interessiert hatten, standen mir damit nicht mehr zur Verfügung.

Bei anderen Zielen waren es zusätzliche Kosten, fehlende passende Boote oder Buchungsbedingungen, die sie für mich praktisch immer schwerer nutzbar machten. So verschwanden über die Jahre viele der ursprünglich interessanten Destinationen aus meiner persönlichen Auswahl – manche tatsächlich aus dem Angebot, andere aus meiner realistisch machbaren Reiseplanung.

Das mag aus Sicht eines Anbieters unterschiedliche Gründe haben. Für mich als Kunden läuft es auf dieselbe Enttäuschung hinaus: Ich habe mich langfristig gebunden, weil mich eine bestimmte Auswahl überzeugt hat. Während der Laufzeit wurde diese Auswahl für mich immer kleiner.

Natürlich gab es weiterhin Buchungsmöglichkeiten. Im Mittelmeer haben Reisen funktioniert, und auch in der Karibik waren Boote verfügbar. Aber das entspricht eben nur einem Teil dessen, was ich mir beim Einstieg vorgestellt hatte.

Für meine Planung blieben immer wieder vor allem einige Basen in Kroatien und Griechenland übrig. Ich mag diese Reviere. Trotzdem möchte ich nicht wiederholt auf dieselben Orte ausweichen müssen, wenn ich mich gerade wegen der Aussicht auf neue Destinationen für ein solches Programm entschieden habe.

Ich wollte auch einmal nach Australien oder an die englische Küste. Und ich hatte mich sehr auf Tahiti gefreut. Das waren konkrete Wünsche, die meine Entscheidung mitgetragen haben.

Italien: erhebliche Zusatzkosten im Kleingedruckten

Auch Italien erwies sich für mich als deutlich weniger attraktiv, als ich ursprünglich angenommen hatte.

Nach der mir dazu gegebenen Auskunft sollte ich dort die Hälfte der Charterkosten selbst tragen. Das ist ein erheblicher Zusatzbetrag, wenn man bereits viel Geld in ein Programm investiert hat und seine bezahlten Punkte einsetzen möchte.

Die entsprechende Einschränkung stand zwar im Kleingedruckten, war dort für mein Empfinden aber regelrecht versteckt. Nach meiner Erinnerung wurde ich im Verkaufsgespräch darauf nicht ausdrücklich hingewiesen. Die finanzielle Tragweite war mir beim Einstieg deshalb nicht bewusst.

Eine Einschränkung dieser Größenordnung hätte ich klar und deutlich erläutert erwartet. Wenn bei einem interessanten Revier noch einmal die Hälfte der Charterkosten hinzukommt, verändert das den Wert des Angebots für mich erheblich.

Damit wurde auch Italien zu einem weiteren Beispiel dafür, wie weit meine ursprüngliche Vorstellung und die später tatsächlich nutzbaren Möglichkeiten auseinanderlagen.

Was bringen Punkte, wenn sich daraus kaum passende Reisen machen lassen?

Das größte praktische Problem ist für mich inzwischen die Einlösung der Punkte.

Damit aus einem Punktekonto ein Segelurlaub wird, müssen mehrere Dinge zusammenpassen: ein verfügbares Boot, ein geeignetes Revier, ein machbarer Zeitraum, Flüge und eine Crew, die ebenfalls Zeit hat.

Bei meinen kurzfristigen Buchungsmöglichkeiten liegen die Buchungsfenster je nach Revier bei einer beziehungsweise zwei Wochen vor Reisebeginn. Für einen spontanen Törn in der Nähe kann das gelegentlich funktionieren. Eine Fernreise mit mehreren Mitseglern lässt sich für mich so kaum vernünftig organisieren.

Ich kann meine Crew nicht bitten, Urlaub und Flüge auf gut Glück zu planen, und dann zwei Wochen vorher schauen, ob wir irgendwo ein Boot bekommen. Menschen haben berufliche Verpflichtungen, Familien und begrenzte Urlaubszeiten. Das lässt sich nicht einfach wegdiskutieren.

Am Anfang hatte ich einen sehr hilfsbereiten Ansprechpartner, der mir Einschätzungen zur voraussichtlichen Verfügbarkeit geben konnte. Natürlich waren das keine Garantien. Aber sie halfen, überhaupt eine Planung aufzubauen. Diese Unterstützung habe ich sehr geschätzt. Heute vermisse ich sie.

Auch langfristige Buchungspunkte lösen das Problem nicht zuverlässig. Für gewünschte Reviere habe ich bereits rund ein Jahr im Voraus die Auskunft erhalten, dass keine passenden Boote mehr verfügbar seien.

Genau diese Kombination frustriert mich: Langfristig bekomme ich nicht immer das passende Angebot. Kurzfristig lässt sich die Reise häufig nicht mehr organisieren. Und irgendwo ein verfügbares Boot zu finden, bedeutet noch lange nicht, dass ich dort zu diesem Zeitpunkt auch hinreisen kann oder möchte.

Ich habe diese Punkte schließlich bezahlt. Entsprechend möchte ich sie mit einem vernünftigen Maß an Planung auch nutzen können.

Tahiti und die Frage nach weiteren 9.700 Euro

Besonders bitter wurde das Thema für mich bei Tahiti.

Auf diese Reise hatte ich mich seit meinem Einstieg gefreut. Für die von mir gewünschte langfristige Buchung wurde mir dann ein Aufpreis von 9.700 Euro für einen Katamaran genannt. Eine passende Möglichkeit, die Reise ohne diesen Aufpreis über meine Punkte zu realisieren, stand mir dabei nicht zur Verfügung.

Fast zehntausend Euro zusätzlich, nachdem ich bereits erheblich in das Programm investiert habe.

Mir ist durchaus klar, dass ein größeres oder anders ausgestattetes Boot mehr kosten kann. Ich erwarte nicht, beliebige Upgrades kostenlos zu bekommen. Mein Problem ist, dass mir dort keine passende Alternative ohne diesen erheblichen Zusatzbetrag zur Verfügung stand.

Damit hilft mir die grundsätzliche Existenz der Destination wenig. Wenn ich sie nur mit einer solchen Zuzahlung sinnvoll nutzen kann, fällt sie für meine Planung faktisch aus.

Ich hatte früher auf den Seychellen bereits einen Aufpreis für einen Katamaran akzeptiert. Damals bewegte sich dieser nach meiner Erinnerung in einer Größenordnung von etwa 700 bis 800 Euro. Mir geht es also nicht darum, jeden Zusatzbetrag grundsätzlich abzulehnen. Aber 9.700 Euro für die gewünschte Tahiti-Buchung sind für mich eine völlig andere Dimension.

Über die Jahre hatte ich mich auf diese Reise gefreut. Jetzt bleibt vor allem das Gefühl, dass etwas, das für mich zum Reiz des Programms gehörte, nur mit einer weiteren erheblichen Ausgabe erreichbar ist. Das empfinde ich als ausgesprochen unfair.

Aus bis zu zwölf Wochen werden bei mir etwa sechs

Die Aussicht auf bis zu zwölf Segelwochen war ein weiteres starkes Argument für das Programm. Zuletzt komme ich tatsächlich auf etwa sechs Wochen.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Teilweise fehlen passende Boote. Teilweise verhindern die kurzen Buchungsfenster eine vernünftige Organisation. Und teilweise möchte ich schlicht nicht noch einmal an dieselbe Destination fahren, nur weil dort gerade etwas verfügbar ist.

Ich erwarte nicht, dass ein Anbieter meine gesamte persönliche Urlaubsplanung löst. Aber für meine Bewertung zählt, was ich unter realistischen Bedingungen tatsächlich nutzen kann.

Wenn zwischen der attraktiven theoretischen Möglichkeit und meinem wirklichen Segelalltag eine so große Lücke entsteht, verliert das Programm für mich an Wert. Besonders dann, wenn ich mich dafür über Jahre gebunden habe.

Mit den Booten war ich früher deutlich zufriedener

Auch mein Eindruck von den Booten hat sich verändert.

Die Schiffe der ersten Jahre habe ich als solide, sauber und zuverlässig erlebt. Ich hatte damals wenig Anlass zur Kritik und habe das auch entsprechend weitererzählt.

Bei den später von mir genutzten Dufour-Yachten fiel mein Urteil deutlich schlechter aus. Optisch fand ich sie durchaus ansprechend. Auch seglerisch waren sie für mich in Ordnung. Im technischen Zustand und in der Alltagstauglichkeit haben sie mich aber wiederholt enttäuscht.

Zu den Ärgernissen gehörten nach meiner Erinnerung Probleme mit Deckenpaneelen, ein nur mit erheblichem Kraftaufwand zusammenklappbarer Cockpittisch und Stellen, an denen ma